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Rückblick Veranstaltung "Wohnen geht uns alle an - Das Grüne Murnauer Einheimischenmodell" (24.10.2019)

v.l.n.r. Thomas Stärz, Elmar Hayn, Veronika Jones, Otto Fussenegger

Ein Verkaufsverbot von kommunalen Flächen, Offenlegung aller gemeindlichen Grundstücke und Bebauung ausschließlich durch Wohnbaugenossenschaften – das sind die Lösungsvorschläge der Grünen für mehr Wohnraum in Murnau. Ortssprecherin Veronika Jones, erklärte am vergangenen Donnerstag vor fast 80 Murnauern, dass es für viele mittlerweile um die Existenz gehe, daher sei das Thema bezahlbarer Wohnraum auch in Murnau extrem wichtig. Das grüne Wohnungskonzept soll günstigen Wohnraum für alle Einkommensgruppen schaffen, aber nur für Murnauer und Mitarbeiter Murnauer Betriebe – Zuzug aus Ballungszentren soll dabei nicht motiviert werden. Das kommunale Verkaufverbot soll sicherstellen, dass die gemeindlichen Grundstücke für Generationen über Erbpachtmodelle gesichert sind. „Die Grundstücke gehören uns allen, sie dürfen nicht einigen Wenigen zugute kommen und müssen intelligent zum Wohle aller bebaut werden, aber eine Nachverdichtung um jeden Preis gibt es mit uns nicht.“, so Jones. Damit spielt sie auf die Vorschläge anderer Fraktionen an, die klassische private Bau-Modelle ins Spiel gebracht haben, die Jones herausfordernd als „Einfamilienhaus-Lotterie“ bezeichnete. Überrascht waren viele, dass die Kohlgruber Genossenschaft um Architekt Otto Fussenegger bereits schon länger einen Gedanken der Grünen aufgegriffen hatte und der Gemeinde konkret für den Parkplatz an der Bahnhofstraße einen aufgeständerten Wohnbau vorgeschlagen hat. Unter den Zuhörern herrschte einiges Unverständnis, warum der Bürgermeister diese Idee nicht mit Nachdruck weiterverfolgt hat. Dort ist die Fläche bereits versiegelt und der Grund an sich günstig. Referent Elmar Hayn, Finanzexperte und Vorstand einer Wohnbaugenossenschaft in Nürnberg erläuterte die Grundzüge des genossenschaftlichen Wohnbaus und konnte mit einigen Vorurteilen aufräumen: „Geförderter Wohnbau ist nicht nur das, was viele unter einer Sozialwohnung verstehen. Es gibt verschiedene Einkommensgruppen. Bis zu einem Jahreseinkommen von rund 80.000 Euro hat man Anspruch auf eine solche Wohnung.“ In der anschließenden fast anderthalb stündigen Diskussion stellten sich Jones und Hayn den zahlreichen Fragen. Sie erklärten den Zuhörern, dass die Einlage in die Genossenschaft am Einkommen bemessen sein kann, bei unteren Einkommen werden letztlich nur Beträge fällig, wie sie auch bei einer normalen Kaution anfallen. Dafür erhalten alle Mieter gesicherten Wohnraum bis ins Alter. Wohnmodelle wie Seniorenwohnen oder Wohngruppen für Auszubildende können ebenfalls realisiert werden. Die Kommune kann aktiv vorgeben, was gebaut werden muss. Auch bei der Belegung kann vertraglich vereinbart werden, dass der Wohnraum in erster Linie Einheimischen und Murnauer Arbeitskräften zu Gute kommt. Mehrere Redebeiträge wünschten sich eine Antwort, warum die Gemeinde denn dann nicht endlich einfach mit der Umsetzung beginne. "Fehlt es der Gemeinde an der notwendigen Umsetzungskraft, am Mut auch mal ungewöhnlichere Wege zu denken und Konzepte zu planen, die vielen Bürgern nützlich sind?“ fragt sich Jones und findet: „Wenn es an mangelnden Kapazitäten im Bauamt liegt, dann muss man eben jemand einstellen. Mit Sparen kann man nicht in die Zukunft investieren." Die gut besuchte Veranstaltung zeigte jedenfalls deutlich, dass die Grünen in Murnau sich auf kommunaler Ebene viele Gedanken zu konkreten Problemen machen und damit offensichtlich den Nerv der Bevölkerung treffen. - ganz abseits von Themen wie Klimawandel und Umweltschutz.

Hier die Präsentation von Veronika zum nachlesen

URL:http://gruene-murnau.de/startseite/browse/12/