21.02.26 –
Organisation nachbarschaftlicher Grundpflege - das Quartierpflegekonzept
Auf großes Interesse stieß am Faschingsdienstag in der Gaststätte Da Noi eine Veranstaltung des
Ortsverbands von Bündnis90/Die Grünen zu der Frage: wie lässt sich Pflege zukünftig zuverlässig
organisieren?
In zwei Kurzbeiträgen führten Lisa Wohlfrom, Oekotrophologin und ehemalige
Quartiersmanagerin in Uffing sowie Dr. med. Felix Groß, Kreisrat und ehemaliger Hausarzt in
Murnau, in das Thema ein.
Organisation von Helferkreisen, verbindliche Unterstützung von Anfragen in
Pflegeangelegenheiten, Netzwerkerin zwischen den verschiedensten Akteuren in der Gemeinde, so
umriss Lisa Wohlfrom ihre erfolgreiche Arbeit in Uffing: „Entscheidend für den Erfolg ist der gute
Kontakt zu Betroffenen und gleichzeitige beständige Netzwerkarbeit mit den lokalen Verbänden
und den Kommunalpolitikern, die niederschwellige Erreichbarkeit innerhalb der Gemeinde“
Dr. Felix Groß stellte das Konzept der Quartierpflege vor, entwickelt seit 2018 durch den Verein
„Gemeinsinn stärken“ in Dresden: „Ein vollkommen neuartiger Ansatz und nicht in Konkurrenz
stehend zu den weiterhin nötigen ambulanten Pflegediensten mit ihren gut ausgebildeten
Fachkräften. Das Quartierspflegekonzept ist insgesamt deutlich breiter aufgestellt und ruht
organisatorisch auf den Schultern der Kommunen“. Ein Pflegequartier umschließt etwa 1500
Menschen, die sich helfend einbringen können. Also ein dorfähnlicher überschaubarer Rahmen,
man kennt sich.
Fakt ist, dass in ganz Deutschland die ambulante Pflegeversorgung der Bevölkerung zunehmend an
ihre Grenzen stößt, bedingt durch einen wachsenden Fachkräftemangel. Gleichzeitig steigt die
Nachfrage aufgrund des demographischen Wandels und Zunahme der Demenzerkrankungen. Die
Quartierpflege wurde als wirksame Antwort darauf entwickelt. Wesentliche Bausteine sind die
Gründung kommunaler Pflegedienste, Organsiation haushaltsnaher Dienstleistungen aus der
Nachbarschaft sowie Stärkung der Rolle der pflegenden Angehörigen. Nachbarn können sich je
nach ihren Möglichkeiten einbringen: ehrenamtlich oder auf Minijobbasis bis vollberuflich und
sozialversicherungspflichtig bezahlt durch Leistungen der Pflegeversicherung. Das Kozept
beinhaltet Schulungen und klare rechtliche Rahmenbedinungen.
Diese entstehenden Sorgegemeinschaften aus pflegenden Angehörigen, Laien und Profis müssen
professionell organisiert werden. Hier können die Kommunen ihren Auftrag der Daseinsvorsorge
kompetent umsetzen.
In der anschließenden Diskussion der etwa 30 Anwesenden berichteten zahlreiche Betroffene von
ihren Schwierigkeiten bei der Einstufung in einen Pflegegrad oder der nachhaltigen Organisation
ihrer Angehörigenpflege. Auch die Frage der politischen Akzeptanz der „Pflegeproblematik“ wurde
diskutiert. Positiv hervorzuheben ist, dass in Murnau und Ohlstadt jüngst die Einführung des „gute
Pflegelotse“ beschlossen wurde. Die kommunalpolitischen Räte und Kreisräte werden sich in der
kommenden Periode mit dieser Thematik beschäftigen. Seitens der anwesenden Grünen Kandidaten
und Kandidatinnen wurde breite Zustimmung signalisiert.
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